Alfred Mahlau (1894-1967) Maler, Grafiker und Dozent

Lübeck in der Schachtel


Ebenso wie Edmund Köster beschäftigte sich Alfred Mahlau mit der Miniaturisierung realer Vorbilder um hiermit kleine und große Spielkinder zu erfreuen. Aufgrund der zeitgleichen geografischen Wirkungskreise in Norddeutschland ist davon auszu-gehen, dass sich die Schöpfer dieser Miniaturwelten zumindest in Kenntnis ihrer Werke begegnet sein dürften.

Mir sind von Alfred Mahlau nur diese Entwürfe zu den hier abgebildeten Spielsets bekannt, ansonsten wird das Œuvre

Mahlaus durch sein grafisches Werk bestimmt.

Lübeck in der Schachtel, nach einem Entwurf von Alfred Mahlau 1930
Lübeck in der Schachtel, nach einem Entwurf von Alfred Mahlau 1930

Das Set bestand aus 100 Einzelteilen, hierbei waren die Gebäude einheitlich backsteinrot gebeizt. Türen und Fenster wurden in Stempeltechnik aufgebracht, während die charakteristische Kupferpatinabedachung von Hand aufgetragen wurde. Das gesamte Spielset fand Platz in einer Spanholzschachtel, versehen mit einer stilisierten Grafik des Inhaltes.

Bemerkenswert an Mahlau ist, dass er es verstand jede seiner Arbeiten mit der für ihn charakteristischen Handschrift zu versehen. Der Beweis hierzu ist schnell erbracht: Wer würde bei Betrachtung der grafischen Gestaltung der Spanschachtel nicht sofort an Lübecker Marzipan der Firma Niederegger denken für dessen graphische Gestaltung Mahlau ebenfalls Pate stand ?

Auf der Grundlage des oben abgebildete Ensembles legte der "Verband deutsche Frauenkultur e.V." dieses Spielset von 1970-1972 neu auf.


Der Hamburger Hafen in der Schachtel

Der Hamburger Hafen in der Schachtel, nach einem Entwurf von Alfred Mahlau 1951
Der Hamburger Hafen in der Schachtel, nach einem Entwurf von Alfred Mahlau 1951

Die obige Abbildung gibt aus Übersichtgründen nur einen Teil des vollständigen Ensembles wieder, das Gesamtkonvolut umfasst 500 Teile. Das Spielset sollte an den Erfolg der obigen "Lübecker Schachtel" anknüpfen, war zum Einen als anspruchsvolles Souvenier für den Besucher der Hansestadt konzipiert und sollte als weiterer Nebeneffekt dazu dienen den StudentInnen Mahlaus zu einem Nebenverdienst zu verhelfen. Zunächst war eine Auflage von 100 Stück konzipiert, aufgrund des hohen Fertigungsaufwandes musste jedoch ein Verkaufspreis von 30 DM aufgerufen werden, ein Preis der zum damaligen Zeitpunkt nahezu unerschwinglich war, was sich auf den Absatz auswirkte. Dementsprechend wurden nur eine Auflage von 61 Stück realisiert, wovon letztendlich  nur 49 Sätze verkauft wurden.

Die Ausführung besorgten Gunter Schmidt und Günter Gadermann in den Werkstätten der "Landeskunstschule in Hamburg", heute "Hochschule für bildende Künste" Hamburg Lerchenfeld.

(Quelle: Dissertation Dr. Kirsten Beuster zu Alfred Mahlau, Band 1 S. 465 ff, 2017 Universität Hamburg)