Wahrscheinlich wird der Abschnitt "Modellbau" in die Entwicklungsgeschichte eines jeden Jungen gehören, bisweilen hält diese Faszination zeitlebens an. Dem Faszinosum sich mit der realen Umgebung in miniaturisierter Form auseinanderzu-setzen, kann sich der Mensch offenbar, unabhängig von Geschlecht und kultureller Herkunft, kaum entziehen. Hierbei dient dem Kind das Vehikel des Modells, sich der von Erwachsenen bestimmten Welt anzunähern und im Besonderen, hier als Kind bestimmend und gestaltend, im eigenen Mikrokosmos wirken zu können.
Fällt die Sammelleidenschaft ausgerechnet den Schiffsmodellen des Hauses Kösters zu, hat man meistens zumindest ein Problem: Es ist nichts am Markt zu finden was diese Leidenschaft nähren könnte, oder sollte sich dann doch ein Angebot finden, ist hierfür empfindlich viel Geld zu berappen.
Was bleibt ist, sich das was einen fasziniert selbst zu bauen und damit auf den Spuren Edmund Kösters zu wandeln.
Hierin steckt, verfügt man denn über die eines Modellbauers typischen Eigenschaften wie Geduld, Pedanterie, Phantasie, Beobachtungsgabe sowie handwerlichem Geschick, einer ruhigen Hand sowie einem guten Auge, eine erfüllende Passion. Es erfüllt einen mit Stolz dann im Laufe der Zeit dem einen oder anderen Fertigungsgeheimnis des Hauses Köster auf die Spur zu kommen. Maßgeblich trug hierzu jedoch mein intensiver Austausch mit dem Enkel Edmund Kösters, Herrn Wolfgang Köster, der 2016 viel zu früh mit 62 Jahren verstarb, bei. Bereitwillig , gab Wolfgang Köster auf meine Fragen, gestellt in unzähligen e-mails, umfassend und geduldig Auskunft. Als begeisterter Modellbauer verstand er es, die Leidenschaft mit der sein Großvater seine Modelle schuf, auch auf mich zu übertragen.